Mendelssohn: Die erste Walpurgisnacht
Zemlinsky: Frühlingsbegräbnis
Brahms: Schicksalslied
Ausführende:
Sarah van der Kemp, Alt
Sung-Won Jin, Tenor
Sung-Kon Kim, Bariton
Consortium musicum Berlin (Leitung Michael Betzner)
Chorwerkstatt Schöneberg (Leitung Thorsten Gietz)
Sinfonieorchester Schöneberg
Weltliche Chor- und Orchesterwerke der Romantik
In dem außergewöhnlichen Programm „Droben im Licht“ kommen drei Werke zur Aufführung, bei denen menschliche Gefühle und Erfahrungen musikalisch ausgelotet werden. Das geschieht mal mit einem augenzwinkernden Unterton, mal mit der ganzen pathetischen Wucht des großen Klangapparats. Die Musik wurde explizit für den Konzertsaal, nicht für kirchliche Zwecke geschrieben.
Dieses opulente Projekt ist das Ergebnis einer glücklichen Zusammenarbeit von drei hochwertigen Laienensembles der Hauptstadt. Den Chorpart übernehmen die beiden Kammerchöre Consortium musicum Berlin und Chorwerkstatt Schöneberg. Sie sind an den Musikschulen Charlottenburg-Wilmersdorf bzw. Tempelhof-Schöneberg beheimatet. Der Orchesterpart wird vom Sinfonieorchester Schöneberg übernommen. Insgesamt agieren etwa 140 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne. Die Leitung teilen sich an diesem Abend die beiden Dirigenten Michael Betzner und Thorsten Gietz.
Die Solisten haben alle langjährige Konzerterfahrung im In- und Ausland: Sarah van der Kemp (Alt), Sung-Won Jin (Tenor) und Sung-Kon Kim (Bariton).
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 – 1847) vertonte die Ballade Die erste Walpurgisnacht von Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1833. In diesem Stück stellen sich die „heidnischen“ Druiden ihrem christlichen Missionaren entgegen und wollen ihnen in der Walpurgisnacht einen gehörigen Schreckeneinjagen. Eine munteres Versteckspiel beginnt und um es vorweg zu sagen: am Ende gewinnen die Heiden…
Das „Frühlingsbegräbnis“ von Alexander Zemlinsky (1871 – 1942) ist eine besondere Ausgrabung. Zemlinsky hatte selber nur einmal die Gelegenheit, sein Werk zu hören, nämlich bei der Uraufführung 1896, die er selber leitete. Auch ein Jahrhundert später fristet dieses opulent besetzte Werk eher ein Schattendasein. Ob zu Recht oder zu Unrecht möge der geneigte Zuhörer selbst entscheiden. Das schillernde Gedicht von Paul Heyse wird von Zemlinsky fast mit filmmusikalischen Klängen in Töne gesetzt. Großes Kino, Fin de Siecle at its best!
Der Titel des Konzerts „Droben im Licht“ ist dem letzten Werk des Abends entnommen: dem Schicksalslied von Hölderlin in der Vertonung von Johannes Brahms (1833-1897). Dieses Werk zählt zu den eindrucksvollsten und gelungensten weltlichen Chor- und Orchesterwerken überhaupt. In Hölderlins Text werden zwei Welten beschrieben, die Johannes Brahms kongenial in Töne fasst. Die eine Welt ist die der sorglosen Himmlischen, die unerreichbar für uns Menschen droben im Licht wandeln. Im krassen Gegensatz steht unsere menschliche, ruhelose Welt, in der wir dem Schicksal unausweichlich ausgeliefert sind: Denn uns ist gegeben, auf keiner Stätte zu ruhn. Brahms lässt die beiden Welten aber – anders als Hölderlin – nicht unvereinbar nebeneinander stehen, sondern lässt es sich nicht nehmen, am Schluss eine versöhnliche Verbindung der beiden Welten in reinstem C-Dur anzubieten.
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